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13.12.2018

FRITZ BENDER BAUPREIS 2018 

Pressemitteilung  

Leipzig - am Donnerstag, den 13. Dezember 2018 verleiht die Fritz Bender Stiftung aus München den bundesweit ausgeschriebenen Baupreis. W&V Architekten erhalten den mit 20.000 Eur dotierten Preis für die Grundschule und den Hort forum thomanum, welche 2017 den Architekturpreis der Stadt Leipzig erhielten. Die Hälfte des Preisgeldes spendet das Architekturbüro W&V an das forum thomanum. 

 

Der Bauunternehmer Fritz Bender errichtete seine Firma in den 30er Jahren in München. Ihm war gerade in den Nachkriegsjahren der Bau der dringend benötigten Wohnungen ein großes Anliegen. Der Wohnungsbau erhielt durch die von ihm entwickelte rationelle Bauweise wesentliche Impulse. er war aber auch am Wiederaufbau bzw. der Restaurierung historischer Bauten in ganz Deutschland maßgeblich beteiligt.

Die Fritz Bender Stiftung ist eine gemeinnützige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München. Sie verfolgt nach dem Auftrag des Stifters "ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke". Fritz Bender war gesundes, ressourcenschonendes Bauen ein großes Anliegen. Entsprechend vergibt die FBS jährlich einen Baupreis für ökologisches Bauen, der mit 20.000 Eur dotiert ist, für Projekte, die hohe baubiologische Standards erfüllen. 

Die Fritz Bender Stiftung würdigt mit der Auszeichnung insbesondere den Erhalt historischer Bausubstanz und die gelungene Kombination eines Neubaus mit einem historischen Gebäude mit zeitgenössischer Architektur. Besonderes Augenmerk legte die Jury auf die Verwendung energie- und ressourcenschonender, nachhaltiger Baustoffe, die eine positive Gesamtenergiebilanz bewirken. Das forum thomanum, ergänzt um Grundschule und Hort schafft einen städtebaulichen und kulturellen Anziehungspunkt in der Stadt Leipzig. Auch die Beteiligung von gestalterischen und funktionalen Vorschlägen aller Personengruppen, die beruflich bzw. im Rahmen der zweckentsprechenden Nutzung des Gebäudes künftig in dem Gebäude viel Zeit verbringen werden, war ein hervorzuhebendes Bewertungskriterium für die Jury. 

Architektur 

Das zum Hort umgebaute ehemalige Gemeindehaus der Lutherkirche und der Neubau der Grundschule vervollständigen als Ensemble den international ausgerichteten Bildungscampus forum thomanum im Bachviertel in der Bachstadt Leipzig. Die neuen Komponenten fügen sich selbstbewusst, doch zurückhaltend mit reduzierten Details in die gewachsene Umgebung ein. 

Das um eine Etage aufgestockte ehemalige Gemeindehaus der Lutherkirche beherbergt die Horträume. Formensprache und Ornamentik der Gründerzeit sind direkte Nachbarn der klaren Struktur und der zeigenössischen, regional inspirierten Materialität des einfachen Schultypus, während Farbigkeit und klassische Eleganz beider Gebäude die gestaltete Einheit verkörpern. Das denkmalgeschützte Hortgebäude wurde durch Aufstockung ressourcenschonend erweitert und mit Respekt vor dem Bestand saniert. Der Schulneubau wurde in zweischaliger, energetisch nachhaltiger reiner Ziegelbauweise mit hoher Lebendsdauer und geringem Heizkostenbedarf errichtet. In Rückbesinnung auf traditionelle Bautechnicken wurde der Neubau mit nachhaltigen Baustoffen errichtet. 

Die Verbindung aus hoher Speichermasse mit natürlicher Lüftung und Nachtauskühlung sorgt für ein ausgewogenes Raumklima und die Verbesserung der Energieeffizienz. Die Photovoltaikanlage auf dem Schulgebäude deckt etwa 40% des geschätzten Strombedarfs. 

Durch die Sanierung und Umnutzung konnte das ehemalige Gemeindehaus der Lutherkirche als wichtiger Bestandteil des Campus vor dem Verfall bewahrt werden. Es trägt im Ensemble mit dem energieeffizienten Schulneubau zur Stärkung und Weiterentwicklung eines wichtigen städtebaulichen und kulturellen Bausteins und touristischen Anziehungspunktes der Stadt Leipzig bei.