Die Anton-Graff-Straße 20 in Dresden-Striesen wird als denkmalgeschützte Jugendstilvilla mit behutsamen Eingriffen und größtmöglichem Substanzerhalt zu einem offenen Arbeits- und Begegnungsort weiterentwickelt. Offene Bürowelten, Coworking- und Besprechungsbereiche werden durch ein griechisches Restaurant im Untergeschoss mit Außensitzbereich ergänzt.
Leitgedanke der Planung ist: so einfach wie möglich, so komplex wie nötig. Eingriffe erfolgen nur dort und in dem Umfang, wie sie technisch und funktional erforderlich sind. Historische Raumfolgen werden behutsam geöffnet, prägende Details erhalten, verlorene Elemente rekonstruiert und spätere Einbauten gezielt zurückgebaut, wo es erforderlich ist. Im Treppenhaus wird der ursprüngliche Bodenbelag freigelegt, neue technische Installationen werden sichtbar und reversibel integriert.
Auch im Detail folgt die Planung dem Prinzip des Substanzerhalts: Wo möglich, werden nur Fensterscheiben statt kompletter Fenster ausgetauscht und Böden ausschließlich an unvermeidbaren Stellen geöffnet. So bleiben vorhandene Bauteile und die darin gebundene graue Energie erhalten. Die sorgfältige Entwicklung solcher substanzschonenden Lösungen ist häufig kaum sichtbar, bildet jedoch einen wesentlichen Teil unseres Verständnisses von nachhaltigem Bauen.
Geothermie mit Sole-Wasser-Wärmepumpe, Photovoltaik und eine ertüchtigte Gebäudehülle ermöglichen einen klimaneutralen Betrieb. Eine besondere technische Herausforderung waren die bis zu 200 Meter tiefen Geothermiebohrungen auf dem engen gründerzeitlichen Grundstück. So entsteht ein nachhaltiger Arbeits- und Aufenthaltsort, der technische Innovation mit einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Bestand verbindet.